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Logodateien richtig verwenden

Ein Logo - 27 Dateien. Alle irgendwie unterschiedlich, alle irgendwie gleich. Was soll man damit eigentlich anfangen?



Logos
Mike Cassidy, Unsplash.com


Vielleicht hast du das schon mal erlebt: Du lässt dir ganz professionell ein Logo oder eine coole Illustration machen und deine Grafikerin schickt dir nicht eine, sondern gefühlte zwanzig Dateien dafür zu. Die haben dann alle unterschiedliche Größen und Formate. Das wirkt zwar beeindruckend, aber eigentlich hast du keinen Plan, wofür das gut sein soll. Bis jetzt.


Die Dateien sind für unterschiedliche Verwendungszwecke gedacht. Du bekommst im Normalfall unterschiedliche Dateiformate für unterschiedliche Anwendungsfelder und unterschiedliche Größen zur Optimierung der Ladezeit. Ich geb dir mal einen groben Überblick:


Pixelgrafiken Pixelgrafiken bestehen – wie der Name schon sagt – aus einzelnen Pixeln (oder Bildpunkten), die zusammen ein Bild ergeben. Weil die einzelnen Pixel in einem Raster angeordnet werden, nennt man sie auch Rastergrafiken. Alle Fotos sind Pixelgrafiken. Das kannst du auch sehen: Wenn du ein Foto sehr groß aufziehst, werden die einzelnen Bildpunkte sichtbar und das Bild wird unscharf. Deshalb ist bei solchen Grafiken die Auflösung, also die Anzahl der Pixel, die die Fläche ausfüllen, entscheidend. Für die Darstellung im Web ist eine Auflösung von 72 ppi (pixel per inch) – also 72 Pixel auf 2,54 cm – ausreichend, für Druck sollte die Auflösung meistens bei 300 dpi (dots per inch) liegen. Das sind gängige Dateiformate für Pixelgrafiken:


JPG Joint Photographic Experts Group

Wie du dem Namen schon entnehmen kannst, ist JPG ein typisches Dateiformat für Fotos. Es eignet sich gut für die Verwendung im Web. Mittlerweile kann man JPGs auch ganz gut drucken lassen. Wenn du aber nicht gerade auf Zeitungspapier druckst, verwende dafür lieber TIFF-Dateien.


PNG Portable Networks Graphic

Das Coole an PNGs ist, dass du damit auch Transparenzen abspeichern kannst. Wenn du also dein Logo auf transparentem Hintergrund brauchst, ist das das Dateiformat deiner Wahl. Du solltest PNGs nicht für Druck verwenden.


GIF Graphics Interchange Format

Eine GIF-Datei wirst du nur in seltenen Fällen bekommen, z.B. wenn du eine kleine und simple Animation möchtest. Sie ist nicht für Druck geeignet.


TIFF Tagged Image File Format

TIFF-Dateien sind die erste Wahl, wenn es um professionellen Druck von Rastergrafiken geht. Sie können alles, was sich Druckereien wünschen, z.B. unterstützen sie den für den Druck wichtigen CMYK-Farbraum.



Vektorgrafiken Im Gegensatz zu Pixelgrafiken wird die Information über den Inhalt einer Grafik bei Vektorgrafiken nicht in einzelnen Bildpunkten gespeichert, sondern in Bildbeschreibungen, der einzelnen grafischen Elemente. Wenn z.B. ein Kreis abgebildet werden soll, dann wird er nicht aus einzelnen Punkten gebildet, sondern es werden Informationen über Farbe, Mittelpunkt, Radius,… abgespeichert und dargestellt. Der Vorteil solcher Grafiken ist, dass sie nicht pixeln können und deshalb stufenlos und unendlich skalierbar sind. Es gibt aber auch einen Nachteil: Die Darstellung von natürlichen Objekten wie Pflanzen oder Tieren wirkt oft unrealistisch. Das sind gängige Dateiformate für Vektorgrafiken:


SVG Scalable Vector Graphics

SVG-Dateien sind speziell für’s Web gemacht. Sie bestehen ausschließlich aus Code, brauchen wenig Speicherplatz und lassen sich stufenlos skalieren. Du verwendest sie am besten um dein Logo in deine Webseite einzubinden.


EPS Encapsulated Postscript File

Wenn du dein Logo als EPS-Datei bekommen hast, verwendest du sie am besten für großflächigen Druck (geht natürlich auch für kleinere Flächen). EPS unterstützt auch die Darstellung von Transparenz, aber Achtung: EPS-Dateien können auch Rastergrafiken enthalten (bei einer Logodatei ist das allerdings fast ausgeschlossen).


PDF Portable Document Format

PDF-Dateien sind grundsätzlich vektorbasiert, können aber natürlich auch Rastergrafiken enthalten – also Vorsicht! Weil das Format so weit verbreitet ist, lassen sie sich auf so ziemlich jedem Endgerät ohne Qualitätsverlust öffnen, deshalb verwendet man sie für Infos, die per E-Mail verschickt werden sollen, oder auch für Präsentationen.



Das sind natürlich ziemlich viele Infos auf einmal. Aber keine Sorge: Du musst dir das nicht alles merken. Wenn du dir mal unsicher bist, frag einfach bei der Grafikerin deines Vertrauens nach. Und wenn du selbst Dinge für den Druck gestalten möchtest, beachte die Vorgaben deiner Druckerei, weil: Ein unglückliches Händchen bei der Auswahl der Druckdatei kann dazu führen, dass die Farben am Endprodukt nicht so aussehen, wie du dir das vorgestellt hast, oder dass deine Grafik pixelt oder ausfranst. Also ruhig lieber einmal zu oft nachfragen, als einmal zu wenig.